sonnig und heiß – das Wüstenfest 2009

Juni 20th, 2009

Das Wetter am Sonntag, dem 14. Juni 2009 hätte nicht passender sein können: sonnig und heiß, wie es sich für ein Fest in der Wüste gehört.

Als der Gottesdienst nahezu punkt 11 begann, teilten sich etwas mehr als 100 Leute die begehrten Schattenplätze in der Wüste. Die Theatergruppe des punkt 11 Teams bot mit einem guten Anspiel einen unterhaltsamen und nachdenkenswerten Einstieg in den Gottesdienst.  Manuela Mayer, eine Jugendreferentin des ejr, predigte über das 7. Gebot “Du sollst nicht stehlen!”. Sie zeigte, dass das Stehlen weit mehr sein kann, als ein Banküberfall oder ein Autodiebstahl. Auch das Unterdrücken, das Ausbeuten von Menschen ist Diebstahl, ein Diebstahl an Lebenszeit. Selbst Gott kann von uns bestohlen werden und zwar immer dann, wenn wir mit seinen Gaben verantwortungslos umgehen.

Nach dem Gottesdienst ging das Wüstenfest weiter: Die kleineren Kinder wurden von den Wasserspielen der Krabbelgruppe unwiderstehlich angezogen und hatten einen großen Spaß. Der Posaunenchor spielte und unterhielt die Gemeinde bestens mit Swing und Jazz. Und natürlich kam auch das Essen nicht zu kurz: Rote, Schweinehals, gegrillte Maiskolben und frischer Kartoffelsalat waren reichlich vorhanden. Allerdings muss man zugeben, dass die Getränke an diesem Tag mehr gefragt waren, als ein saftiger Schweinehals. Einige Unerschrockene wagten sich in der Hitze sogar an das Indiaccanetz und an den Fußball.

Alles in allem konnten wir am 14. Juni ein schönes Gemeindefest erleben. An dieser Stelle sei auch nochmals allen gedankt, die Zeit und Arbeit investiert haben und zum Gelingen des Wüstenfestes beigetragen haben. Die Gemeinschaft von CVJM, punkt 11 und Kirchengemeinde gab diesem Tag eine besondere Note. Wir haben gesehen und erlebt, wie unsere Gemeinde im Miteinander funktionieren und bestehen kann. Gemeinsamer Gottesdienst, gemeinsames Arbeiten, gemeinsames Feiern – dies darf auch in Zukunft Motivation und Ziel der Gemeindearbeit in Ohmenhausen sein.

Schesaplana – Die Gebirgstour 2009

Juni 20th, 2009

Der Sommer naht mit großen Schritten und hat auch wieder die CVJM Bergtour mit im Gepäck. In diesem Jahr wagen wir uns vom 24. – 26 Juli 2009 ins Rätikon und wollen gemeinsam die berühmte Schesaplana besteigen. Dieser Klassiker unter den Bergen ist exakt 3m höher als die Zugspitze. Die Tour wird uns drei Tage lang ein großartiges Bergerlebnis bieten, aber auch einiges an Kondition von uns einfordern. Damit ihr euch einen kleinen Überblick verschaffen könnt, habe ich euch hier den Verlauf der Bergtour kurz beschrieben:


Los geht es am Freitag, 24. Juli, um 06.00 Uhr am Gemeindehaus in Ohmenhausen (ca. 400m) -gemeinsame Fahrt in Privatautos nach Brand/Österreich (1037m) – Aufstieg zur Oberzalimhütte (1889m) 2,5 Std. – weiter zur Mannheimer Hütte (2679m) 2,5 Std. – Möglichkeit zur Besteigung des Wildbergs (2788m) 0,5 Std. oder des Panüler Kopfs (2859m) 1 Std. – Übernachtung auf der Mannheimer Hütte

Am Samstag, 25. Juli, geht es von der Mannheimer Hütte weiter über den Brandner Gletscher auf die Schesaplana (2965m) 1,5 Std. – Abstieg über die Totalphütte (2385m) und die Douglasshütte (1997m) zum Lünersee (1970m) – Überquerung des Saulajochsteigs (2065m) zur Heinrich-Hueter Hütte (1766m) 4 Std. – Übernachtung

Am Sonntag, 26. Juli, steigen wir von der Heinrich-Hueter Hütte ab über das Zimbajoch (2387m) zur Sarotlahütte (1645m) 3 Std. – Abstieg nach Brand 1,5 Std – Heimfahrt

Es gibt noch freie Plätze! Wenn ihr euch anmelden wollt, dann schreibt eine e-mail an simon.bandh@[dies-bitte-entfernen]cvjm-ohmenhausen.de


Bergtour 2009 auf einer größeren Karte anzeigen

Vom Sinn und Unsinn einer Gemeinschaft

Februar 10th, 2008

Im Neuen Testament finden sich zahlreiche Berichte, die von unterschiedlichsten Gemeinden und Gemeinschaften erzählen. Da gibt es die zwölf Jünger um Jesu, die zahlreichen Gemeinden von Jerusalem bis Rom in der Apostelgeschichte und natürlich die Briefe des Paulus an die verschiedenen antiken Städte. Gemeinde wohin man blickt. Und selbst ein Mann wie Johannes der Täufer, der außerhalb der Zivilisation in der Wüste lebte, hatte eine Gruppe von Jüngern bei sich. Da scheint es doch ganz natürlich, ja sogar zwingend logisch, dass wir als Christen heute die alte Tradition der Gemeinde fortführen. Oder etwa nicht?

Schließlich muss man zugeben, dass sich die Zeiten geändert haben. Antike Dorfgemeinschaften, die sich den einzigen Brunnen im Ort teilen, existieren nicht mehr. Wir sind heute selbständiger als jemals zuvor und die persönliche Freiheit ist eine der schönsten Früchte des 21. Jahrhunderts. Ich weiß gut wovon ich rede, schließlich konnte ich mich frei dafür entscheiden ein Jahr lang von Ohmenhausen nach Rom zu gehen, um hier zu studieren. Die eigene Lebensqualität, so scheint es, hängt also sehr stark davon ab, was jeder Einzelne aus seinem Leben und aus seinen Möglichkeiten macht. Die Grenzen eines Ortes, einer Stadt oder eines Landes stellen für uns in Europa keine Schwierigkeiten mehr dar. Durch diese Ungebundenheit ändern sich auch die persönlichen Verpflichtungen. Die eigene Familie und der eigene Beruf stehen nun an erster Stelle. Um das Bild des antiken Dorfes nochmals aufzugreifen: Es ist nicht mehr nötig, gemeinsam mit den Nachbarn den Dorfbrunnen sauber zu halten, um die eigene Existenz zu sichern. Die alltäglichen Pflichten und Aufgaben in Familie und Beruf fordern viel Zeit und Energie. Die kostbare Freizeit für eine Gemeinschaft zu opfern, scheint zu viel des Guten zu sein.

Es gibt jedoch noch einen anderen Aspekt, den man berücksichtigen sollte. Wir müssen uns an dieser Stelle fragen, was denn eigentlich der Sinn einer Gemeinschaft, der Sinn eines CVJM ist? In meinen Augen geht es dabei ganz praktisch um Lebensqualität. Es geht darum, dass wir in unseren Gruppen, bei unseren Festen und Aktionen zusammenkommen und miteinander leben. Zusammen mit vielen anderen Leuten in Ohmenhausen ist es mir klar, dass CVJM auch persönlichen Einsatz und persönliche Anstrengung bedeutet. Es ist mir klar, dass Teile der eigenen Freizeit investiert werden müssen, sei es als Jungscharleiter oder als Grillmeister bei einem Sommerfest. Aber es ist eine Investition, die sich lohnt, die sich absolut lohnt! Je mehr wir uns zurückziehen und je mehr wir unsere Gruppen und Kreise verfallen lassen, desto dramatischer wird das Ergebnis sein. Weniger Gemeinschaft bedeutet nicht mehr individuelle Freiheit! Es bedeutet vor allem Einsamkeit. Es ist ein Unterschied, ob man alleine in seinem Zimmer in eine Trompete bläst oder ob man gemeinsam mit anderen in einem Posaunenchor spielt. Auch könnte man versuchen, alleine Fußball zu spielen. Der Verlust an Lebensfreude und Lebensqualität wäre riesig. CVJM bedeutet, dass wir miteinander leben, statt nur nebeneinander her! CVJM bedeutet, dass viele unterschiedliche Menschen gemeinsam großartige Momente erleben. CVJM bedeutet nicht zuletzt auch, dass wir unseren Glauben mit all seinen Facetten von Freude bis hin zu tiefen Zweifeln mit anderen Menschen erleben und erfahren dürfen. Dafür lohnt es sich, Zeit und Energie zu investieren! Dafür lohnt es sich, neuen Schwung und neue Ideen einzubringen! Dafür lohnt es sich, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte auszuhalten! In dieser Hinsicht hat sich seit der Zeit des Paulus nichts verändert.

Ich denke, dass wir durch unseren CVJM gewaltige Chancen und Möglichkeiten haben. Möglichkeiten, unser Leben lebenswert zu gestalten, unseren Glauben zu leben und unsere ganz persönlichen Talente zu entdecken. Lassen wir uns diese Chancen nicht entgehen!

Simon Bandh

Gedanken aus Rom

Januar 21st, 2008

Ob ich heute durch Rom gehe und mir die Plakate am Straßenrand ansehe, ob ich das Radio einschalte oder die Zeitschriften durchblättere – überall stoße ich auf die große, bunte Werbung, die mir alles zu versprechen scheint. Das schönste Auto, das größte Haus und natürlich auch die modischste Kleidung. Auffallend oft werde ich allerdings von Versicherungen umworben. Ob es nun um Schilde, Felsen oder Burgen geht, die italienischen Werbeslogans unterscheiden sich nahezu nicht von den deutschen. Und man kann nahezu alles versichern: Das Auto, das Haus, die eigene Gesundheit und die der Familie, die Möbel, die Urlaubsreise, ja selbst für meine Brille könnte ich eine Versicherung abschließen. Die Suche nach Sicherheit scheint ein Grundbedürfnis von uns Menschen zu sein. Ohne Absicherung, ohne Netz und doppelten Boden etwas zu wagen, erzeugt oft ein flaues Gefühl im Bauch. Und so scheuen wir uns oft nicht davor, einige Anstrengungen zu unternehmen, um endlich das Gefühl von Sicherheit in uns spüren zu dürfen.

“Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern.

An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: Wenn seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Ebenso auch: Wenn ihr das alles seht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. Wahrlich ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.” (Mt. 24, 29 – 36)

Jesus redet im gesamten Kapitel 24 des Matthäusevangeliums über das Ende der Welt. Da viele dieser Verse dunkel und fremd klingen und auch alles andere als klar zu verstehen sind, bin ich selbst nur all zu gerne bereit dazu, dieses Abschnitte der Bibel mit einem leichtem Schaudern zu überblättern. Der Jüngste Tag ist eben der Jüngste Tag. Jesus selbst sagt, dass nur der Vater weiß, wann all diese Dinge geschehen werden. Wir können in dieser Hinsicht nichts unternehmen oder ändern. Zudem sollte man mit Spekulationen über diesen Tag sehr zurückhaltend sein. Und wer denkt schon gerne über den Weltuntergang nach? Er passt einfach nicht so recht in das Bild der guten Nachricht, in die Vorstellung, die wir von Gott und von Gottes Liebe haben.

Ich persönlich denke, dass wir gar nicht so weit in die Zukunft, bis zum Ende der Welt gehen müssen. Der Text ist viel dichter an unserem Leben hier und heute dran, als es auf den ersten Blick erscheint. “Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.” Jesus verspricht uns mit diesem einen Satz, dass alles, was er uns gepredigt, versprochen und erklärt hat, für immer gilt und durch nichts ausgelöscht werden kann. “Himmel und Erde werden vergehen” Natürlich ist in diesem Zusammenhang zunächst der Jüngste Tag gemeint. Aber es ist auch ein Symbol für das größte Chaos, das ich mir überhaupt vorstellen kann. Nichts auf der Welt folgt noch irgendwelchen Regeln, die ich verstehen könnte, alles gerät außer Kontrolle, der Überblick geht völlig verloren. “aber meine Worte werden nicht vergehen.” Ich denke, dass das Versprechen Jesu auch im kleinen, privaten Rahmen gilt. Wie oft habe ich in meinem Leben schon das Gefühl gehabt, völlig den Halt zu verlieren? Wie oft habe ich nicht mehr gewusst, auf was ich mich noch verlassen kann? Der Puls rast, der kühle Kopf ist schon lange verloren gegangen und auf die erste Panik folgt dann die Ratlosigkeit, die Verzweiflung. Wie oft habe ich schon nach einer Versicherung gesucht, die schlimmere Schäden als einen simplen Autounfall abdeckt? “Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.” Jesus Christus nimmt uns mit diesen Worten in unserem Bedürfnis nach Sicherheit sehr ernst. Er berührt uns in unserem Innersten und will uns die Furcht davor nehmen, einmal nicht mehr abgesichert zu sein. Wir dürfen ihm mit dieser Zusage völlig vertrauen und wir können beruhigt sein, dass er sein Versprechen nicht brechen wird. Er streckt uns seine schützende Hand entgegen und möchte uns sicher durch die Höhen, aber vor allem auch durch die Tiefen unseres Leben führen. Diese Sicherheit ist durch nichts, durch gar nichts zu erschüttern und so gibt es Hoffnung in jeder Lebenslage und in jedem Schicksalsschlag.

“Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.” Dadurch habe ich auch dann, wenn meine kleine Welt ins Wanken gerät und einzustürzen droht, eine Versicherung gefunden, bei der meine Seele endlich die Ruhe, die Sicherheit und die Zuversicht findet, nach der sie sich so sehr gesehnt hat.

Simon Bandh